Sonnenschutz für den Körper: Was wirklich schützt

Sonnenschutz für den Körper richtig auftragen: wie viel du brauchst, wann du nachcremen musst und welche Fehler fast jeder macht.

Beim Sonnenschutz fürs Gesicht sind die meisten mittlerweile sensibilisiert. Beim Körper sieht es anders aus: zu wenig aufgetragen, nur im Urlaub benutzt, oder nur die offensichtlichen Stellen eingecremt. Dabei ist die Haut am Körper genauso anfällig für UV-Schäden wie die im Gesicht -- sie macht es nur nicht so schnell sichtbar.

Warum Körper-Sonnenschutz wichtig ist

UV-Strahlung verursacht nicht nur Sonnenbrand. Sie ist der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs, und Hautkrebs tritt am Körper häufiger auf als im Gesicht. Rücken, Schultern und Beine gehören zu den häufigsten Stellen für Melanome. Dazu kommt vorzeitige Hautalterung: Falten, Pigmentflecken und Elastizitätsverlust am Dekolleté, an den Armen und Händen.

Das Argument, dass der Körper ja meistens bedeckt ist, stimmt nur bedingt. Im Sommer trägst du T-Shirts, Shorts, Kleider. Dünne, helle Stoffe lassen UV-Strahlung teilweise durch. Und selbst im Schatten bekommst du bis zu 50 Prozent der UV-Strahlung ab.

Wie viel Sonnencreme brauchst du?

Die kurze Antwort: Deutlich mehr als du denkst.

Für den gesamten Körper (in Badebekleidung) brauchst du etwa 30 bis 40 ml Sonnencreme -- das entspricht ungefähr sechs bis acht Teelöffeln oder einem gefüllten Schnapsglas. Die meisten Menschen tragen nur ein Drittel bis die Hälfte dieser Menge auf, was den Schutz drastisch reduziert.

Faustregel: Für jeden Arm zwei Fingerstreifen (Zeige- und Mittelfinger), für jedes Bein vier Fingerstreifen, für den Oberkörper vorne und hinten je vier Fingerstreifen. Klingt viel, ist aber die Menge, die nötig ist, um den SPF-Wert auf der Packung zu erreichen.

Nachcremen: Alle zwei Stunden, nach dem Schwimmen und nach dem Schwitzen. Nachcremen verlängert den Schutz nicht -- es stellt sicher, dass er aufrechterhalten wird. SPF 50 morgens aufgetragen heißt nicht, dass du mittags immer noch SPF 50 hast.

Sonnencreme, Spray oder Stick?

Lotion/Creme*: Der Goldstandard. Am besten kontrollierbar, gleichmäßig aufzutragen und am zuverlässigsten in der Schutzwirkung. Einziger Nachteil: Dauert am längsten und du brauchst eventuell Hilfe für den Rücken.

Spray: Bequem und schnell, besonders für den Rücken und schwer erreichbare Stellen. Aber: Sprays werden oft zu dünn aufgetragen, weil ein Sprühnebel weniger Produkt abgibt als es sich anfühlt. Tipp: Spray aufsprühen und dann mit der Hand verreiben. Nicht im Wind sprühen -- dann landet die Hälfte in der Luft statt auf der Haut.

Gel: Leicht, zieht schnell ein, ideal für behaarte Körperstellen und für ölige Haut. Gute Wahl für den Alltag unter Kleidung, weil es nicht klebt.

Stick: Praktisch für kleine Bereiche (Ohren, Nacken, Hände), aber unpraktisch für den ganzen Körper. Gut als Ergänzung für unterwegs.

Sonnenschutz-Öl: Gibt es mit SPF 30 oder höher. Verleiht einen glänzenden Finish und pflegt die Haut. Nachteil: Kann auf Kleidung Flecken hinterlassen.

Die am häufigsten vergessenen Stellen

Dermatologen sehen Sonnenbrand immer wieder an denselben Stellen -- weil sie beim Eincremen vergessen werden:

Ohren. Besonders die Oberkante und die Rückseite. Hautkrebs am Ohr ist häufiger als du denkst.

Nacken und Haaransatz. Besonders bei hochgebundenen Haaren oder kurzen Frisuren.

Fußrücken. Sandalen plus fehlender Sonnenschutz ergibt verlässlich Sonnenbrand.

Hände. Die Handrücken sind ständig der Sonne ausgesetzt, aber kaum jemand cremt sie separat ein. Im Auto bekommst du durch die Seitenscheibe UVA-Strahlung auf die linke Hand.

Kniescheiben und Schienbeine. Werden beim Eincremen der Beine gerne übersprungen.

Lippen. Brauchen einen speziellen Lippenbalsam mit SPF. Normale Sonnencreme auf den Lippen schmeckt nicht und wird schnell abgeleckt.

Kopfhaut. Bei dünnem Haar, Scheitel oder Glatze: Spray-Sonnenschutz oder Hut.

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Sonnenschutz und Kleidung

Kleidung ist der beste Sonnenschutz -- aber nicht jede Kleidung schützt gleich gut.

Dunkle, dichte Stoffe bieten mehr Schutz als helle, dünne. Ein schwarzes T-Shirt hat einen höheren UV-Schutz als ein weißes. Nasser Stoff schützt weniger als trockener.

UV-Schutzkleidung* mit UPF-Angabe (Ultraviolet Protection Factor) ist speziell für Sonnenschutz konzipiert. UPF 50 bedeutet, dass nur 1/50 der UV-Strahlung durchdringt. Sinnvoll für Wassersport, Outdoor-Aktivitäten und für Kinder.

Ein normales weißes Baumwoll-T-Shirt hat einen UPF von etwa 5 bis 7 -- das reicht nicht als alleiniger Schutz bei intensiver Sonne.

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Sonnenschutz im Alltag

Sonnenschutz ist nicht nur für den Strand. Auch an einem normalen Sommertag bekommst du beim Pendeln, Mittagspause und Feierabend-Spaziergang relevante UV-Dosen ab.

Im Auto: Die Windschutzscheibe filtert UVA und UVB. Seitenscheiben filtern UVB, aber nur teilweise UVA. Auf langen Fahrten kann die linke Seite deutlich mehr UV-Belastung abbekommen. Arme und Hände im Auto eincremen oder langärmlig fahren.

Im Büro: Fensterglas filtert die meiste UV-Strahlung. Wenn du direkt am Fenster sitzt, kommt dennoch UVA durch. Für das Gesicht relevant, für den bekleideten Körper weniger.

Beim Sport: Schweiß wäscht Sonnencreme ab. Wasserfeste Formeln halten länger, sind aber nicht schweißfest im absoluten Sinne. Nachcremen nach einer Stunde intensiven Sports.

Sonnenschutz für Kinder

Kinderhaut ist dünner und empfindlicher als Erwachsenenhaut. Kinder unter einem Jahr sollten gar nicht in die direkte Sonne. Ab einem Jahr gilt:

  • Mindestens SPF 50
  • Mineralische Filter bevorzugen (weniger Irritationspotenzial)
  • Alle anderthalb Stunden nachcremen
  • Kleidung mit UV-Schutz für Strand und Freibad
  • Sonnenhut mit Nackenschutz
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Trotz bestem Sonnenschutz passiert es manchmal: Die Haut ist gerötet, spannt und fühlt sich warm an. Richtiges Handeln nach dem Sonnentag kann den Schaden begrenzen.

Kühlen: Lauwarm (nicht eiskalt) duschen. Kaltes Wasser auf verbrannte Haut fühlt sich zwar gut an, kann aber den Kreislauf belasten.

Feuchtigkeitsflut: After-Sun-Produkte mit Aloe Vera, Panthenol oder Hyaluronsäure beruhigen die Haut und spenden Feuchtigkeit. Die Haut verliert durch Sonnenbrand massiv Wasser.

Nicht peelen. Bei Sonnenbrand kein Körperpeeling und kein Trockenbürsten. Die Haut ist geschädigt und braucht Ruhe, keine Reibung. Warte, bis der Sonnenbrand komplett abgeklungen ist.

Viel trinken. Sonnenbrand dehydriert den gesamten Körper. Mindestens zwei bis drei Liter Wasser am Tag, mehr bei großflächigem Sonnenbrand.

Bei schwerem Sonnenbrand: Blasenbildung, Fieber, Schüttelfrost oder großflächige Rötung erfordern ärztliche Behandlung.

Häufige Fehler

Zu wenig auftragen. Der absolute Klassiker. Lieber zu viel als zu wenig -- es gibt keinen Nachteil einer dickeren Schicht.

Nur im Urlaub eincremen. UV-Strahlung ist nicht an den Urlaub gebunden. Jeder Sommertag zählt.

Einmal morgens und dann vergessen. Nachcremen ist keine Option, sondern Pflicht. Kein Sonnenschutz hält acht Stunden durch.

Alte Sonnencreme verwenden. Ungeöffnet hält Sonnencreme zwei bis drei Jahre. Geöffnet ein Jahr -- danach lässt die Schutzwirkung nach. Wenn die Konsistenz verändert ist oder die Creme komisch riecht: entsorgen.

Sich auf Make-up mit SPF verlassen. Getönte Tagescremes und Foundations mit SPF sind gut fürs Gesicht, reichen aber für den Körper nicht. Hier brauchst du ein eigenständiges Sonnenschutzprodukt.

Sonnenschutz-Mythen aufgeräumt

"Ich werde mit Sonnencreme nicht braun." Falsch. SPF 50 blockiert 98 Prozent der UVB-Strahlen, nicht 100 Prozent. Du wirst trotzdem braun, nur langsamer und ohne Sonnenbrand. Die Bräune hält sogar länger, weil die Haut nicht geschädigt und schuppig wird.

"Im Schatten brauche ich keinen Sonnenschutz." Falsch. Im Schatten treffen immer noch bis zu 50 Prozent der UV-Strahlung auf die Haut, reflektiert von Gebäuden, Sand, Wasser und Wolken.

"Dunkle Haut braucht keinen Sonnenschutz." Falsch. Dunkle Haut hat einen natürlichen SPF von etwa 13 -- besser als helle Haut, aber bei weitem nicht ausreichend für ganztägigen Schutz. Dunkle Haut bekommt seltener Sonnenbrand, aber Hautkrebs und UV-bedingte Hautalterung betreffen alle Hauttypen.

"Wasserfeste Sonnencreme muss ich nicht nachcremen." Falsch. Wasserfest bedeutet, dass der SPF nach 40 oder 80 Minuten im Wasser noch mindestens 50 Prozent beträgt. Danach ist der Schutz deutlich reduziert. Nach dem Schwimmen immer nachcremen.

Fazit: Großzügig auftragen, oft nachcremen

Sonnenschutz am Körper ist kein Luxus und keine Sommersache -- er ist eine tägliche Gewohnheit, die deine Haut langfristig gesund hält. Die zwei wichtigsten Regeln: genug auftragen (mehr als du denkst) und regelmäßig nachcremen (öfter als du denkst). In Kombination mit deiner Körperpflege-Routine und der richtigen Kleidung bist du gut geschützt -- am Strand, im Alltag und überall dazwischen. Wer sich nach dem Sonnenbad selbstbräunen will statt weiter zu brutzeln, tut seiner Haut einen Gefallen.