Selbstbräuner auftragen: So gelingt ein natürliches Ergebnis

Selbstbräuner ohne Streifen und Flecken auftragen. Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein gleichmäßiges, natürliches Bräunungsergebnis.

Selbstbräuner hat einen schlechten Ruf -- und ehrlich gesagt nicht ganz zu Unrecht. Streifig, fleckig, orangefarbene Hände: Fast jeder hat mindestens eine Selbstbräuner-Katastrophe erlebt. Aber das Problem liegt selten am Produkt, sondern fast immer an der Anwendung. Mit der richtigen Vorbereitung und Technik bekommst du ein gleichmäßiges, natürlich aussehendes Ergebnis, das niemand von echter Sonnenbräune unterscheiden kann. Und das ganz ohne UV-Strahlung und die damit verbundenen Hautschäden.

Wie Selbstbräuner eigentlich funktioniert

Der Wirkstoff in den meisten Selbstbräunern heißt Dihydroxyaceton, kurz DHA. Das ist ein Zuckermolekül, das mit den Aminosäuren in der obersten Hautschicht (Stratum corneum) reagiert und dabei bräunliche Pigmente bildet. Diese Reaktion heißt Maillard-Reaktion -- der gleiche Prozess, der Brot beim Backen braun werden lässt.

Die Bräunung entwickelt sich über zwei bis sechs Stunden und hält etwa fünf bis sieben Tage. Sie verblasst, weil sich die oberste Hautschicht natürlich erneuert. Je besser du deine Haut vorbereitest, desto gleichmäßiger wird das Ergebnis und desto länger hält es.

Wichtig zu wissen: Selbstbräuner bietet keinen Sonnenschutz. Die Bräunung sieht zwar aus wie Sonnenbräune, hat aber keine UV-schützende Wirkung. Du brauchst trotzdem weiterhin Sonnencreme -- auch am Körper.

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Vorbereitung: Der wichtigste Schritt

Die Vorbereitung entscheidet zu achtzig Prozent über das Ergebnis. Nimm dir dafür einen Abend Zeit.

24 Stunden vorher: Peeling. Entferne abgestorbene Hautzellen gründlich mit einem Körperpeeling. Besonders wichtig: Ellbogen, Knie, Knöchel und Fersen. Diese Stellen haben dickere Hornhaut und nehmen mehr DHA auf, was zu dunklen Flecken führt. Mit einem Peeling gleichst du das aus.

Rasieren oder waxen -- aber nicht am selben Tag. Mindestens zwölf Stunden vor dem Selbstbräuner rasieren. Frisch rasierte Haut hat offene Poren, in denen sich das DHA sammelt und dunkle Punkte hinterlässt. Noch besser: 24 Stunden Abstand.

Am Tag des Auftragens: Duschen ohne Bodylotion. Dusche normal, aber verwende danach keine Bodylotion, kein Körperöl und kein Parfüm. Fette und Öle auf der Haut verhindern, dass der Selbstbräuner gleichmäßig einzieht.

Trockene Haut ist Pflicht. Die Haut muss komplett trocken sein. Feuchtigkeit verdünnt den Selbstbräuner und führt zu Streifen.

Schritt-für-Schritt: Selbstbräuner richtig auftragen

Schritt 1: Trockene Stellen vorbehandeln. Trage auf Ellbogen, Knie, Knöchel, Hände und Füße eine dünne Schicht leichte Feuchtigkeitscreme auf. Diese Stellen haben mehr Hornhaut und werden sonst zu dunkel. Die Creme verdünnt den Selbstbräuner an diesen Problemzonen.

Schritt 2: Applikator verwenden. Ein Selbstbräuner-Handschuh* ist kein optionales Accessoire, sondern Pflicht. Ohne Handschuh bekommst du orange Handflächen und ungleichmäßige Verteilung. Der Handschuh sorgt für gleichmäßige Anwendung und saubere Hände.

Schritt 3: Von unten nach oben arbeiten. Starte an den Beinen und arbeite dich hoch. Wenn du oben anfängst und dich dann bückst, verwischst du die bereits aufgetragene Schicht. Logisch, wird aber oft vergessen.

Schritt 4: In kreisenden Bewegungen auftragen. Trage den Selbstbräuner in großen, kreisenden Bewegungen auf. Nicht zu viel Produkt auf einmal, lieber mehrere dünne Schichten. Gerade bei Mousse ist es einfach, zu viel zu nehmen.

Schritt 5: Übergänge verblenden. An Handgelenken, Knöcheln und am Haaransatz den Selbstbräuner mit dem leicht feuchten Handschuh verblenden. Harte Kanten sind das sicherste Erkennungszeichen für Selbstbräuner.

Schritt 6: Das Gesicht separat behandeln. Mische für das Gesicht den Selbstbräuner mit deiner Tagescreme im Verhältnis eins zu eins. Das ergibt einen subtileren, natürlicheren Ton. Spare Augenbrauen, Haaransatz und Nasenlöcher aus. Wer seinen Hauttyp kennt, kann die Mischung entsprechend anpassen.

Schritt 7: Hände zum Schluss. Wasche die Hände mit Seife und trage dann eine minimale Menge Selbstbräuner mit dem Handschuh auf die Handrücken auf. Zwischen den Fingern mit einem feuchten Tuch verblenden.

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Nach dem Auftragen: Was du beachten musst

Mindestens sechs bis acht Stunden nicht duschen. Das DHA braucht Zeit für die Reaktion mit der Haut. Je länger du wartest, desto intensiver und gleichmäßiger wird die Bräunung. Am besten abends auftragen und über Nacht einwirken lassen.

Lockere, dunkle Kleidung tragen. Selbstbräuner kann auf helle Kleidung und Bettwäsche abfärben. Trage alte, lockere Klamotten und lege ein dunkles Handtuch aufs Bett.

Nicht schwitzen. Schweiß verdünnt den Selbstbräuner und hinterlässt Streifen. Sport, Sauna und alles was dich zum Schwitzen bringt, solltest du in den Stunden nach dem Auftragen vermeiden.

Erste Dusche: Nur Wasser, kein Duschgel. Bei der ersten Dusche nach der Einwirkzeit nur mit Wasser abspülen. Duschgel kann die noch nicht vollständig entwickelte Bräunung angreifen.

Häufige Fehler und wie du sie behebst

Streifen und Flecken. Wenn es schon passiert ist: Ein Peeling unter der Dusche hilft, Unebenheiten auszugleichen. Zitronensaft auf einem Wattepad kann einzelne dunkle Stellen aufhellen. Backpulverpaste auf hartnäckige Flecken einwirken lassen.

Orange Handflächen. Sofort mit Zitronensaft und einem rauen Schwamm bearbeiten. In Zukunft: Immer mit Handschuh arbeiten und die Hände danach sofort waschen.

Zu dunkel geworden. Ein langes Bad und ein grobkörniges Peeling beschleunigen das Abfärben. Baby-Öl vor dem Baden auf die Haut auftragen, das weicht die obere Hautschicht zusätzlich auf.

Unnatürlicher Farbton. Manche Selbstbräuner werden eher orange als braun. Das liegt am DHA-Gehalt und an deinem individuellen Hautton. Produkte mit Erythrulose* zusätzlich zum DHA ergeben einen natürlicheren, weniger orangefarbenen Ton. Für helle Haut reicht eine niedrige DHA-Konzentration -- greife zu Produkten die als "light" oder "fair" gekennzeichnet sind.

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Die Bräunung verlängern

Damit die Bräunung möglichst lange hält, musst du die oberste Hautschicht pflegen. Tägliches Eincremen mit einer reichhaltigen Bodylotion verlangsamt die Hauterneuerung und hält den Farbton gleichmäßig. Vermeide aggressive Duschgels und zu heißes Wasser -- beides beschleunigt das Abblättern der gebräunten Hautzellen.

Chlorwasser im Schwimmbad und Salzwasser am Meer lassen die Bräunung schneller verblassen. Wenn du das weißt, kannst du planen: Selbstbräuner besser ein bis zwei Tage vor dem Strandurlaub auftragen.

Fazit: Übung macht den Meister

Das erste Mal Selbstbräuner ist selten perfekt -- und das ist okay. Mit jedem Mal wirst du besser und lernst, welches Produkt und welche Technik für deine Haut am besten funktionieren. Wer Wert auf Naturkosmetik legt, findet auch Selbstbräuner mit natürlichen Inhaltsstoffen. Der wichtigste Tipp bleibt: Vorbereitung ist alles. Ein gründliches Peeling und eine trockene, saubere Haut machen mehr aus als das teuerste Produkt. Und wenn doch mal etwas schiefgeht, ist es in einer Woche wieder verschwunden.